‚Jederzeit‘ oder ‚zu jeder Zeit‘ | beides möglich

Bei ‚jederzeit‘ bzw. ‚zu jeder Zeit‘ hängt die Schreibweise davon ab, wie du den Ausdruck verwendest.

Als Adverb ohne ‚zu‘ wird ‚jederzeit‘ zusammen- und kleingeschrieben. Die Getrenntschreibung ist hier falsch.

Als feste Wortverbindung mit ‚zu‘ (‚zu jeder Zeit‘) wird der Ausdruck getrennt und das Substantiv ‚Zeit‘ großgeschrieben. In diesem Fall ist die Zusammenschreibung falsch.

Tabelle: ‚jederzeit‘ und ‚zu jeder Zeit‘
Verwendung Schreibweise Beispiel
Adverb ohne ‚zu‘ jederzeit
  • Du kannst mich jederzeit erreichen.
  • Du kannst mich jeder Zeit erreichen.
Feste Wortverbindung mit ‚zu zu jeder Zeit
  • Du kannst mich morgen zu jeder Zeit anrufen.
  • Du kannst mich morgen zu jederzeit anrufen.

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Zeilensprung im Gedicht: Beispiele, Wirkung als Stilmittel

Ein Zeilensprung ist ein Stilmittel, bei dem ein Satz oder Gedanke über die Versgrenze hinausgeht. Es kommt vor allem in Gedichten vor und wird auch ‚Enjambement‘ genannt.

Beispiel: Zeilensprung
Ich sitze am Straßenhang.
Der Fahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
Mit Ungeduld?

(Bertolt Brecht, „Der Radwechsel“)

Die Funktion eines Zeilensprungs besteht darin, zwei Verse miteinander zu verbinden.

Ein Zeilensprung lockert somit den ‚Zeilenstil‘ auf, der in vielen Gedichten vorherrscht. Beim Zeilenstil fallen Satz- und Versende zusammen.

Die Abweichung von der Norm des Zeilenstils bewirkt eine Hervorhebung von Versende und -anfang.

Beachte
In der Gedichtanalyse wird anstelle von ‚Zeilensprung‘ meist der Begriff ‚Enjambement‘ verwendet. Er kommt aus dem Französischen und leitet sich von dem Verb ‚enjamber‘ (= ‚überspringen‘) ab. Als Fachbegriff wird ‚Enjambement‘ in der Regel bevorzugt.

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‚Nocheinmal‘ oder ‚noch einmal‘ | nur getrennt richtig

Bei dem Ausdruck ‚noch einmal‘ ist nur die Getrenntschreibung richtig.

Die Schreibweise ‚nocheinmal‘ (zusammen) ist falsch.

Beispiel: ‚noch einmal‘ immer getrennt schreiben
  • Kannst du das bitte noch eeiinmal sagen?
  • Kannst du das bitte nocheinmal sagen?

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‚Zuende‘ oder ‚zu Ende‘ | immer getrennt schreiben

Der Ausdruck ‚zu Ende‘ wird immer getrennt geschrieben.

Der Grund dafür ist, dass ‚zu Ende‘ aus zwei verschiedenen Wortarten besteht: einer Präposition (‚zu‘) und einem Substantiv (‚Ende‘).

Diese beiden Wortarten werden normalerweise nicht zusammengeschrieben.

Beispiel: ‚zu Ende‘ immer getrennt schreiben
  • Das Semester ist bald zu Ende.
  • Das Semester ist bald zuende.

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‚Erstmal‘ oder ‚erst mal‘ | beide Schreibweisen richtig

Bei dem Ausdruck ‚erstmal‘/‚erst mal‘ sind beide Schreibweisen korrekt.

Die von der Duden-Redaktion empfohlene Schreibweise lautet ‚erst mal‘ (getrennt). Sie kommt daher häufiger vor.

Die Schreibweise ‚erstmal‘ (zusammen) ist jedoch ebenfalls möglich. Du kannst dich daher selbst für eine Schreibweise entscheiden.

‚Erstmal‘ oder ‚erst mal‘: beide Schreibweisen richtig
  • Empfohlen: Morgens nach dem Aufstehen trinkt Lisa erst mal Kaffee.
  • Ebenfalls richtig: Morgens nach dem Aufstehen trinkt Lisa erstmal Kaffee.

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‚Zurzeit‘ oder ‚zur Zeit‘ | Aussageabsicht entscheidet

Bei dem Ausdruck ‚zurzeit‘/‚zur Zeit‘ ist die richtige Schreibweise von deiner Aussageabsicht abhängig.

Wenn du den Ausdruck im Sinne von ‚aktuell‘ oder ‚derzeit‘ verwendest, schreibst du ‚zurzeit‘ (zusammen und klein).

Wenn du auf einen vergangenen Zeitraum Bezug nehmen willst, schreibst du ‚zur Zeit‘ (getrennt und groß).

Beispiel: ‚zurzeit‘ oder ‚zur Zeit‘ – Aussageabsicht entscheidet
Im Sinne von ‚aktuell‘ oder ‚derzeit‘

  • Zurzeit besteht in dieser Sache kein Handlungsbedarf.
  • Meine Schwester studiert zurzeit Medizin an der Uni Halle.

Bezugnahme auf einen vergangenen Zeitraum

  • Zur Zeit des britischen Kolonialismus diente George Orwell als Polizist in Burma.
  • Die Pyramiden von Gizeh wurden zur Zeit der Pharaonen erbaut.

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Prädikat: Definition, Beispiele und Übungen

Das Prädikat ist ein zentraler Bestandteil eines Satzes. Es beschreibt die Handlung, den Zustand oder den Vorgang, der im Satz stattfindet.

Das Prädikat ist ein Satzglied, das aus einem oder mehreren Verben besteht. Es kann normalerweise mit den Fragen ‚Was tut das Subjekt?‘ oder ‚Was geschieht?‘ erfragt werden.

Beispiel: einfaches und zweiteiliges Prädikat
Einfaches Prädikat: Das Reh trinkt an der Wasserstelle.

  • Was tut das Reh? Es trinkt.

Zweiteiliges Prädikat: Lena geht schwimmen.

  • Was tut Lena? Sie geht schwimmen.

Das Prädikat ist das wichtigste Satzglied im Deutschen, denn jeder vollständige Satz muss ein Prädikat enthalten.

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‚Kennenzulernen‘ oder ‚kennen zu lernen‘: beides geht

Der Ausdruck ‚kennenzulernen‘/‚kennen zu lernen‘ kann zusammen- oder getrennt geschrieben werden.

Die von der Duden-Redaktion empfohlene Schreibweise lautet ‚kennenzulernen‘ (zusammen). Die Schreibweise ‚kennen zu lernen‘ (getrennt) ist jedoch ebenfalls korrekt.

Beispiel: ‚kennenzulernen‘ oder ‚kennen zu lernen‘ – beides richtig
  • Bald haben wir Gelegenheit, uns näher kennenzulernen.
  • Bald haben wir Gelegenheit, uns näher kennen zu lernen.

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‚Wieviel‘ oder ‚wie viel‘: immer getrennt schreiben

Der Ausdruck ‚wie viel‘ wird immer getrennt geschrieben. Die Zusammenschreibung ‚wieviel‘ ist falsch.

Der Grund dafür ist, dass sich der Ausdruck aus dem Fragewort ‚wie‘ und dem Indefinitpronomen ‚viel‘ zusammensetzt. Diese Wortarten werden in der Regel nicht zusammengeschrieben.

Beispiel: ‚wie viel‘ immer getrennt schreiben
  • Um wie viel Uhr treffen wir uns heute?
  • Um wieviel Uhr treffen wir uns heute?

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‚Nachwievor‘ oder ‚nach wie vor‘ | so ist es richtig

Der Ausdruck ‚nach wie vor‘ setzt sich aus drei eigenständigen Wörtern zusammen und wird daher immer getrennt geschrieben.

Die Schreibweise ‚nachwievor‘ (zusammen) ist falsch.

Beispiel: ‚nach wie vor‘ immer getrennt schreiben
  • In unserer Firma setzen wir nach wie vor auf faire Löhne.
  • In unserer Firma setzen wir nachwievor auf faire Löhne.

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